Wenn Pfoten Herzen berühren: Besuchshunde bereichern den Tag der Seniorinnen und Senioren

Ein fröhliches Klopfen an der Tür, dann die Frage: „Dürfen wir hereinkommen? Wir sind der Besuchsdienst des Hundevereins Gaggenau.“ Susanne Riedel hat als ehrenamtliche Leiterin dieses Ritual schon oft erlebt. An der Tür dieser Bewohnerin ist die Antwort klar: „Ha Jo“ – die Seniorin aus dem Oskar-Scherrer-Haus freut sich auf Leopold, Nanuk und die weiteren Hunde, die regelmäßig mit ihren Haltern in die Einrichtungen der Gaggenauer Altenhilfe kommen. Seit 2006 besteht der Hundebesuchsdienst, der regelmäßig alle 14 Tage die Senioren in einer unserer Senioreneinrichtungen besuchen kommt.

Leopold, der Zwerg-Rauhaar-Dackel, kann kaum stillhalten: Er möchte auf das Bett oder in den Schoß. Mit nur sechs Kilogramm Gewicht ist er der perfekte Besuchshund, der sich sanft platzieren lässt, so Frauchen Jutta Kastner. Der zweieinhalb Jahre alte Rüde versteht es, je nach Situation einfühlsam zu reagieren – mal lebhaft, mal ruhig, immer angepasst an die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren.

Auch Nanuk, ein siebenjähriger Münsterländer, ist mit Begeisterung dabei. Die Seniorinnen genießen es, von ihm gestreichelt zu werden oder Leckerchen zu bekommen, die Frauchen Ingrid Vogt mitgebracht hat. Coco, eine Dalmatinerhündin, feiert ebenfalls ihr Debüt; ihr grünes Halstuch macht sie sofort als Teil des Teams erkennbar.

Christine Wunsch, die gemeinsam mit Susanne Riedel den Dienst organisiert, ist seit acht Jahren dabei. Was zeichnet einen Besuchshund aus? „Er muss lieb, freundlich und verschmust sein, sich streicheln lassen und sich mit anderen Hunden verstehen“, erklärt Riedel. Vor allem Freiwilligkeit ist entscheidend: Kein Hund wird zu etwas gezwungen. „Nicht jeder Tag läuft gleich ab – manchmal klappt es, manchmal nicht. Dann passen wir uns an oder gehen wieder“, ergänzt Wunsch.

Bettina Knabe ist durch persönliche Erfahrungen zum Besuchsdienst gekommen: „Ich habe meinen Vater oft in die Tagespflege gebracht und abgeholt und dabei die Gruppe kennengelernt. Da war ich sofort begeistert.“ Sie ist seit sieben Jahren aktiv. „Es macht mich froh, zu sehen, wie sich die Menschen freuen“, erläutert sie. Ihr Wunsch: Die Gesellschaft möge den Wert älterer Menschen stärker anerkennen.

Die Idee entstand beim ehemaligen Heimleiter Manfred Lang im Helmut-Dahringer-Quartiershaus, der seinem Hund Paula ins Büro mitnahm und die beruhigende Wirkung auf die Bewohner beobachtete. „Er fragte uns, ob wir das übernehmen möchten“, erinnert sich Riedel. Wissenschaftlich belegt ist die positive Wirkung von Hunden auf Senioren: Nähe zu Hunden erhöht Zufriedenheit und senkt Stress. Auch Bewohner, die durch Erkrankungen, wie z. B. Schlaganfälle teilnahmslos oder verkrampft sind, wirken durch den Kontakt mit den Hunden entspannter

Hinzu kommt der persönliche Austausch zwischen Halterinnen/Halter und Bewohnerinnen/Bewohnern. Ingrid Vogt gelingt es mühelos, Gespräche zu eröffnen und eine verbindende Atmosphäre zu schaffen – ein kleiner Lichtblick, bevor es das Abendessen gibt. Bewohnerin Regina Mieszak erinnert sich an ihren eigenen Hund, mit dem sie 18 Jahre den Alltag geteilt hat; die Berührung von Nanuks Fell lässt ihr Tränen der Erinnerung fließen.

Ein Nachmittag im Besuchsdienst ist anstrengend – für Menschen und Hunde gleichermaßen: „Die Hunde geben alles, aber am Ende sind sie oft platt, weil sie sich zurücknehmen“, sagt Vogt. Doch das gemeinsame Erlebnis bleibt: viel Liebe, Augenblicke der Freude und eine stille Entlastung für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Wir danken Rita, Susanne, Tosca, Sarah, Günter Michaela und Christine, die dem ehrenamtlichen Besuchsdienst bereits lange treu sind, ganz herzlich für die wertvolle Unterstützung. Die Hunde bringen sehr viel Freude in unsere Einrichtungen und es sind immer wieder tolle Erlebnisse wie sich Hund und Mensch aneinander erfreuen.

Der Hundebesuchsdienst freut sich immer über neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Hundehalter sollten Empathie für ältere, pflegebedürftige Menschen mitbringen.
Eine Mitgliedschaft im Hundeverein ist aus versicherungstechnischen Gründen erforderlich.